Manchmal schreibt der Terminkalender Geschichten, die man vorher so nicht auf dem Schirm hatte. Wer mich kennt, weiß: Die WWK Arena ist für mich quasi ein zweites Arbeitszimmer. Seit Jahren bin ich hier regelmäßig arbeitstechnisch unterwegs. Normalerweise erlebe ich hier Nervenkitzel pur, wenn die Fußballer des FC Augsburg um Bundesliga-Punkte kicken, um den Klassenerhalt kämpfen oder sich im Oberhaus festsetzen.

Ich habe das Stadion schon in den verschiedensten Facetten gesehen – sogar damals bei der Frauen-Weltmeisterschaft. Aber eben immer nur für Fußball. Dass sich diese Kulisse einmal in eine gigantische Konzert-Arena verwandeln würde? Klar, rein theoretisch konnte ich mir das vorstellen (im alten Rosenau-Stadion gab es früher ja auch legendäre Rockkonzerte). Aber wie es sich anfühlen würde, wenn es wirklich passiert? Keine Ahnung.
Ich mache kein Geheimnis daraus: Ich war bisher kein ausgewiesener Fan von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys. Ich wusste natürlich, dass die Jungs seit Jahren eine unfassbare Erfolgsgeschichte schreiben und halb Deutschland im Italo-Schlager-Fieber versinkt. Dass das Konzert binnen kürzester Zeit restlos ausverkauft war, spricht ja Bände. Der Erfolg gibt ihnen recht. Aber holt mich das auch ab?


Und wie es mich abgeholt hat!
Schon bei der Vorband Blond lag ein Prickeln in der Luft. Und als um 20:30 Uhr endlich die Show startete, gab es kein Halten mehr. Was folgte, waren zwei Stunden pure Lebensfreude. Null Aggression, pure Euphorie.
Was mich neben der Musik am meisten fasziniert hat, war die Grundstimmung. Das bestätigten mir auch andere Besucher, die wie ich die Arena auch zu den FCA Spielen aufsuchen, und ebenso nicht unbedingt Groupies der Schlagerstars sind. Bei Bundesliga-Spielen herrscht oft eine gewisse Grundanspannung. Diesmal? Mega! Von der ersten Sekunde an war da eine durchwegs angenehme Superlaune bei allen Beteiligten zu spüren.




Mein persönliches Highlight am Rande: Die Polizisten, die sonst im Stadion verständlicherweise eher angespannt und hochkonzentriert zu Werke gehen, waren tiefenentspannt und einfach happy. Alle waren fröhlich, alles wirkte total stimmig. Egal ob bei “Sophia Loren“, Bella Napoli“, ihrem Mega-Hit, oder „Baci“, das ganze Stadion hat vibriert. Es war einfach toll, mitreißend und unbeschwert.

Mein ganz persönlicher FCA-Moment
Das Kuriose an der Sache ist: Das Konzert war eine Fremdveranstaltung, der FCA hat „nur“ das Stadion zur Verfügung gestellt – aber natürlich waren auch einige Mitarbeiter mit ihren Erfahrungen rund um das Stadion in der Orga eingebunden. Und trotzdem ging ich an diesem Abend mit einem ganz tiefen Gefühl der Verbundenheit nach Hause. Früher habe ich oft gesagt, dass ich mit dem FCA ganz, ganz viele Dinge zum allerersten Mal erleben durfte. Und dieses allererste große Stadionkonzert in der WWK Arena reiht sich genau dort ein. Es war wieder so ein magischer „Once in a Lifetime“-Moment in meiner ganz persönlichen Geschichte mit dem FC Augsburg.





