Kategorie: Lokalpolitik Augsburg

  • Der Zauberer von Aux: Wer reißt die Ruine ab? Oder haben wir jetzt die Ruine der Ruine?

    Der Zauberer von Aux: Wer reißt die Ruine ab? Oder haben wir jetzt die Ruine der Ruine?

    Manchmal fühlt sich die Augsburger Kommunalpolitik an wie der Weg auf der gelbgestrichenen Steinstraße: Man läuft und läuft, sucht nach Verstand, Herz oder Mut, und am Ende steht man vor einem großen, grauen Vorhang. In unserem Fall war dieser Vorhang allerdings aus bröckelndem Beton und stand direkt am Kongress am Park. Das berühmt-berüchtigte Parkhaus. Ein Schandfleck, der seit gefühlten Ewigkeiten die Gemüter erhitzt. Seit Jahren hieß es hier: Nichts geht mehr. Baumängel, Einsturzgefahr, gähnende Leere. Ein Denkmal des Stillstands. Die öffentliche Meinung hatte ihre…

  • Das Augsburger Urlaubs-Paradoxon: Wenn die Vertretung der Vertretung der Vertretung  die Stadt „rettet“

    Das Augsburger Urlaubs-Paradoxon: Wenn die Vertretung der Vertretung der Vertretung  die Stadt „rettet“

    Hand aufs Herz: Wer blickt bei den ganzen Bürgermeister-Posten in einer Großstadt eigentlich noch durch? Da gibt es die Nummer eins, die Nummer zwei, die Nummer drei… und wenn man denkt, jetzt ist die Liste zu Ende, kommt Regina Stuber-Schneider (Freie Wähler) ins Spiel. Und das war auch verdammt gut so, denn Augsburg schlitterte jüngst in ein akutes Repräsentations-Vakuum. Die Chronik dazu las sich ungefähr so: Der Chef, Florian Freund (SPD)? Im Urlaub. Die Nummer zwei, Dirk Wurm (SPD)? Noch auf dem Weg ins Amt (quasi…

  • Das Augsburger Dilemma – Zwischen schlechter Außenwirkung und gutem Recht

    Das Augsburger Dilemma – Zwischen schlechter Außenwirkung und gutem Recht

    Es ist ein politisches Schauspiel, das in der Öffentlichkeit fast zwangsläufig für Kopfschütteln sorgt. Dass der scheidende Kultur- und Sportreferent Jürgen Enninger (Grüne) nun vor das Verwaltungsgericht zieht, um gegen die Neubesetzung seines Postens durch die SPD zu klagen, bedient auf den ersten Blick jedes Klischee: Da kann einer einfach nicht loslassen. Jemand verliert eine Wahl im Stadtrat und rennt direkt zum Richter. In der Außenwirkung ist das fatal – es wirkt wie das trotzige Aufbegehren einer Partei, die nach der Kommunalwahl 2026 ihre…

  • Schnäppchen-Sale im Augsburger Rathaus: Oder die Frage, wer bekommt welchen Ausschuss-Sitz und Platz in den Beteiligungsge- sellschaften. 

    Schnäppchen-Sale im Augsburger Rathaus: Oder die Frage, wer bekommt welchen Ausschuss-Sitz und Platz in den Beteiligungsge- sellschaften. 

    Die zweite konstituierende Sitzung des Augsburger Stadtrats fühlte sich  an wie die Eröffnung eines Supermarkts am Black Friday. Die Türen öffnen sich, die Einkaufswagen glühen, und im Vorfeld wurde eigentlich genau ausgemacht, wer welches „Schnäppchen“ mit nach Hause nehmen darf. Doch wie das bei Wühltischen so ist: Einer schafft es immer, sich mit Ellbogeneinsatz noch die Ware zu sichern, die für ihn eigentlich gar nicht vorgesehen war. Die Wagenburg und die ausgebooteten „Stammkunden“ des letzten Black Fridays Das Prinzip war klar: Die neue Mehrheits-Allianz…

  • Was nicht passt, wird passend gemacht? Die Hintergründe um die neuen „Fraktions-Gemeinschaften“ in Augsburg

    Was nicht passt, wird passend gemacht? Die Hintergründe um die neuen „Fraktions-Gemeinschaften“ in Augsburg

    In der Augsburger Kommunalpolitik brodelt es. Das Thema klingt trocken – „Änderung der Geschäftsordnung“ – doch dahinter verbirgt sich eine Debatte um Macht, Einfluss und, wie so oft, das liebe Geld. Die Kernfrage lautet: Darf man sich im Stadtrat einfach zusammenschließen, um finanziell besser dazustehen, auch wenn man politisch eigentlich getrennte Wege geht? In Zeiten, in denen der städtische Haushalt alles andere als üppig ist, schaut jeder genau hin. Zusammenschlüsse zu größeren Einheiten (Fraktionsgemeinschaften) bringen handfeste Vorteile: Eigentlich ist die Sache durch die bayerische…

  • Vorhang auf im Goldenen Saal: Ein Augsburger Polit-Drama in zwei Akten

    Vorhang auf im Goldenen Saal: Ein Augsburger Polit-Drama in zwei Akten

    Wer am Montag den Goldenen Saal des Augsburger Rathauses betrat, hätte fast glauben können, die Eintrittskarte an der Theaterkasse gelöst zu haben. Die konstituierende Sitzung des neuen Stadtrats war kein trockenes Behörden-Event, sondern ein perfekt choreografiertes Stück Realpolitik – inklusive Pathos, kleinerer Plot-Twists und einer Opposition, die ihre Rolle bereits am ersten Tag meisterhaft beherrschte. 1. Akt: Die feierliche Amtseinführung – Ein Vorspiel in Gold Der erste Teil gehörte ganz der Tradition. Unter den massiven Goldverzierungen des Saales wurde der neue Oberbürgermeister vereidigt. Es…