Als feststand, dass die traditionsreiche Freilichtbühne schließt und das Staatstheater Augsburg für die diesjährige Abschluss-Inszenierung auf das Gaswerksgelände zieht, war ich kein bisschen skeptisch – ganz im Gegenteil! Ich war schon immer eine große Freundin dieses Ortes und seiner faszinierenden, chamäleonhaften Wandelbarkeit. Auch wenn der Standort manchmal als schwer erreichbarer oder unerschlossener Industriestandort wahrgenommen wird, war er für mich in Gedanken sofort positiv besetzt. Und tatsächlich: Ich finde, dass Spamalot genau hier und nur hier richtig gut funktioniert.

Die bunten, schrillen Kostüme fügen sich perfekt vor die mit Containern gebaute Bühne ein, die zusammen mit dem aufragenden Gaskessel daneben eine großartige Kulisse bildet. Die Spielfreude des Ensembles ist von der ersten Minute an sichtbar und reißt streckenweise vollkommen mit. Ein absolutes Highlight war Katja Berg als Fee aus dem See: Stimmgewaltig, großes Kino, und in ihren besten Momenten erinnerte sie mich im positivsten Sinne an die legendären Wasser-Performances von Ester Williams. Für Fans dieser Musical-Stimme war das einfach perfekt.
Es ist albern, es ist skurril, es ist absurd, kurzum: Freunde von Monty Python kommen hier voll auf ihre Kosten. Mir ist an diesem Abend auch besonders aufgefallen, wie viele junge Leute im Publikum waren. Spätestens bei der eleganten Stepp-Einlage im Stile von Fred Astaire stellt sich unweigerlich fröhliche Stimmung ein und man hält bis nach der Pause durch, getreu dem Motto „Always Look on the Bright Side of Life“. Selbst beim traditionellen Feuerwerk wird schon nach 45 Minuten, und nicht am Ende, schon aus allen Rohren gefeuert.
Zu empfehlen – mit Abstrichen
Wo viel Licht ist, gibt es allerdings auch ein wenig Schatten: Manche Gags waren mir persönlich schlichtweg zu platt. Die eingebauten Lokalkolorit-Witze – wie Josef Wagners (FCA Spielstandanzeiger der Rosenau) Spiel gegen die Apostel, zu dem der per Ton eingespielte Gott unbedingt muss – hätte es meines Erachtens absolut nicht gebraucht, das wirkte stellenweise etwas provinziell. Dass Theater immer auch auf gesellschaftliche Themen eingeht, ist völlig klar, aber an einem launigen Sommerabend muss die politische und gesellschaftliche Brechstange nicht unbedingt sein. Die Anspielungen rund um Frauenquote, Ritter in Gelb und deren bessere Abwanderung zu den Minions oder der FDP wirkten eher bemüht.

Alles in allem lautet mein Resümee: Das Gaswerksgelände beweist einmal mehr, wie flexibel es bespielt werden kann. Wer die Inszenierung noch sehen möchte, hat jetzt noch eine Woche (bis 31.7.26) lang Zeit für die verbleibenden Aufführungen, bevor in der zweiten Augustwoche die Konzerte das Areal übernehmen, die ebenfalls von der Freilichtbühne hierher wandern mussten. Ich empfehle einen Besuch ausdrücklich – allein schon, um diese einmalige Atmosphäre selbst zu erleben!





