Die Pokal-Gesetze und der rot-grün-weiße Stolz: Ein Blick auf den FCA vor dem Start

Der DFB-Pokal ruft, das Knistern zu Saisonbeginn liegt in der Luft. Für den FC Augsburg geht es in der ersten Runde ausgerechnet zu Energie Cottbus. Wie es so schön heißt: der Pokal hat seine eigenen Gesetze und kennt keine Gnade. Etwaiger Testspielglanz zählt nicht mehr. Und auch der Coach weiß um die Gefahr, die in diesem Duell schlummert. Besonders gegen einen Gegner, der heißgelaufen und bereits voll im Saft der Saison steht. In Cottbus wartet zudem ein Hexenkessel. Ein Bundesligist marschiert nicht einfach so über ein Team aus einer niedrigeren Liga in die nächste Runde. Das musste auch der FCA in der Vergangenheit schon schmerzlich erfahren.

Einstimmung auf den Hexenkessel

In der Spieltags-PK vor dem Duell wollte ich vom Trainer wissen, wie er seine Mannschaft auf diesen Gegner mental einstellt. Der „lockere“ Testspielerfolg gegen Schwaz zählt nicht. In Cottbus erwartet die Spieler ein echter Pokalfight in einem Hexenkessel. Baum verriet eine interessante Methode. Er vertraute auf ein Experiment seines Torwarttrainers, Michael Weirich: Fangesänge aus Cottbus dröhnten durch das Training, um die Spieler abzuhärten. Belächelt? Vielleicht. Aber nötig, um die Stadion-Atmosphäre dort greifbar zu machen, und eine clevere Art, die Jungs einzustimmen.

Der neue Torwart-Trainer: Michael Weirich.
Der neue Torwart-Trainer: Michael Weirich.

Baum zu Regeländerungen

Zudem sprach der Trainer über die Regeländerungen. Er war angetan von der Erhöhung der Nettospielzeit, etwa durch feste Zeiten für Einwürfe und Auswechslungen. Auch die strikte Kapitänsregel „Kapitänsdialog“, wonach weiterhin nur noch der Kapitän mit dem Schiedsrichter sprechen darf, findet seine Zustimmung. Ob das in hitzigen Momenten klappt, bleibt abzuwarten; zu oft gab es Rudelbildungen.

Augsburg ist Rot-Grün-Weiß

Am Rande gibt es noch eine FCA-Marketingaktion zu Saisonbeginn. Abseits des Platzes setzt der Club Zeichen. Die Kampagne, in der aktuell Plakate à la „Oberhausen ist rot-grün-weiß“ in den verschiedenen Stadtteilen und in der Region zeigen, wer hier das Sagen hat, sind am Start. Das mag man als nette Platzhirsch-Behauptung betrachten, aber der wahre Test wartet dann natürlich auf dem Platz. Im Pokal und dann beim Ligastart gegen Schalke zu Hause zählen nur die spielerischen Glanztaten und Tore. Plakativ ist es allemal und soll Selbstbewusstsein demonstrieren. Sicher, die Stadtfarben gehören allen, doch die Fußball-Fans lieben es, das Revier zu markieren. Die offizielle Plakat-Aktion ist auf jeden Fall charmanter als Fan-Schmierereien an Wänden oder Brücken.