Mit KOMMISSAR JENNERWEIN – HOCHSAISON kommt erstmals einer der Kommissar Jennerwein – Bestseller von Jörg Maurer ins Kino. Regisseur und Krimi-Spezialist Hannu Salonen inszenierte den schwarzhumorigen Alpenkrimi nach einem Drehbuch von Maximilian Brückner, Linus Herbig-Matten und Dinah Marte Golch. In der Hauptrolle des Kommissars Jennerwein ist Florian Brückner („Pumuckl und das große Missverständnis“) zu sehen, mit dem ich gesprochen habe.

Wie kam es dazu, dass Sie die Rolle bekamen?
Florian Brückner: Das kam tatsächlich über meinen Bruder. Er hat beim Drehbuch mitgeschrieben und schon früh an mich gedacht und meinte: Das könntest du doch machen!
Was hat Sie denn an der Figur des Kommissars Jennerwein besonders gereizt?
Florian Brückner: Der Charakter. Hubertus Jennerwein ist ein Mensch, der nicht wahnsinnig empathisch wirkt, sondern eher schrullig rüberkommt. Das Spannende an ihm ist seine neurologische Erkrankung, eine Akinetopsie, also eine Form von Bewegungsblindheit, bei der er kurzfristige Lähmungserscheinungen hat. Das ist sozusagen seine Achillesferse. Aber im Umkehrschluss denkt er extrem schnell, spricht schnell und bewegt sich schnell. Das ist im Grunde seine Superkraft.
Haben Sie sich für die Vorbereitung auf diese Erkrankung mit Medizinern oder Betroffenen ausgetauscht?
Florian Brückner: Nein, ich habe mich aber informiert, um zu verstehen, was das für eine neurologische Störung ist. Für mich war es vor allem aufregend, mich in diesem Genre und in einer ganz neuen Kriminalsprache zu bewegen, das war alles absolutes Neuland für mich.
Regisseur Hannu Salonen verglich die Figur im Presseheft mit „Monk“. Manche Vergleiche ziehen auch Parallelen zu klassischen, eigenwilligen Ermittlerfiguren. Wie stehen Sie zu solchen Vergleichen?
Florian Brückner: Mich hat einfach die Rolle an sich interessiert. Es macht großen Spaß, Kommissare zu spielen, die eine Besonderheit haben und aus der üblichen Norm herausbrechen. Und es war natürlich toll, dadurch indirekt wieder mit meinem Bruder zusammenzuarbeiten.
Eine interessante Randnotiz: Ganz zu Beginn Ihrer Filmografie, im Jahr 2003, haben Sie schon einmal in einem Projekt namens „Jennerwein“ mitgespielt, damals unter anderem an der Seite von Christoph Waltz.
Florian Brückner: Ja, genau! Das ist aber reine Namensgleichheit. Das war damals mein allererster Film. Schon verrückt, wie einen der Name jetzt auf ganz andere Weise wieder einholt.
Neben der Hauptrolle sticht auch das restliche Ensemble hervor, unter anderem mit Sarah Thonig und Helfried von Lüttichau. Wie war die Zusammenarbeit am Set?
Florian Brückner: Das war mein absoluter Wunsch-Cast! Das Umfeld macht so einen Film schließlich maßgeblich mit aus. Diese besondere Atmosphäre und das Zusammenspiel. Die Kollegen wirkten vor der Kamera so, als wären sie schon seit Ewigkeiten Kommissare in Garmisch. Das hat vom ersten Tag an perfekt funktioniert.
Garmisch-Partenkirchen bietet mit den Bergen und der Skisprungschanze eine beeindruckende Kulisse. Sind Sie privat eigentlich auch ein Wintersport-Fan?
Florian Brückner: Nein, überhaupt nicht. Aber die Kulisse für den Dreh war wirklich beeindruckend und passt hervorragend zum Film.
Die Drehzeit im Winter war vergleichsweise kurz, oder?
Florian Brückner: Ja, sehr kurz! Wir hatten nur 22 Drehtage. Das war alles extrem spontan und stark vom Wetter abhängig, aber wir haben es sehr effizient durchgezogen.
Die Bücher von Jörg Maurer leben stark von ihrem ganz eigenen, feinsinnigen Humor. Entspricht dieser Humor auch Ihrem persönlichen Geschmack?
Florian Brückner: Sehr sogar! Ich mag es extrem gerne, wenn Humor nicht plump aufgebaut ist, sondern subtil bleibt. Wenn man danach noch ein bisschen nachsinnen kann und der Witz eine gewisse Nachwirkung hat. Dann ist es für mich richtig gelungen.
Was wünschen Sie sich für den Start des Films?
Florian Brückner: Wenn es den Leuten gefällt: Bitte fleißig ins Kino gehen! Dann gibt es vielleicht auch eine Fortsetzung und einen zweiten Teil rund um Kommissar Jennerwein.
Titelfoto: © Wiedemann & Berg TV / Marco Nagel
Kinostart: 5.11.2026





