Er spielt, er choreografiert, inszeniert an großen Theaterhäusern und jetzt kehrte Profi-Regisseur Tamás Mester wieder nach Wertingen zurück und führt Regie bei der MusikStory II. Ich traf ihn zum Interview.
Bereits die MusikStory I gab es unter ihrer Regie. Jetzt kommt Musikstory II und sie sind wieder an Bord? Warum?
Das war bereits damals eine grandiose Arbeit mit tollen Leuten, mit begeisterten Amateuren und Profis im Musikbereich. Es ist immer wieder sehr erfrischend, wenn Leute, die nicht unbedingt davon leben müssen, sich entscheiden, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Es ist ein Traum für einen Regisseur wenn von er anderen Seite so viele kreative Ideen kommen und man zusammen etwas entwickelt.
Wenn man wie sie die Bühnen-Erfahrung im Profibereich hat. Was macht zudem den Unterschied, den Reiz aus, hier auch mit Amateuren zu arbeiten?
Man wird nicht wie im Profibereich permanent hinterfragt, aber man wird im positiven Sinne mit Ideen bombardiert. Zudem wollen Darsteller im Profibereich meistens einfach gesagt bekommen, was zu tun ist. Hier ist es eine intensive Zusammenarbeit: Zusammen wertvoll, wie der Titel auch. Dadurch entsteht auch dieses ganz hohe Niveau, was sich tatsächlich mit Profis messen lässt.
Sie sind gerade erst 50 geworden, haben 35 Jahre Bühnenerfahrung. Ist dies zudem Motivation jungen Menschen etwas von ihrem Wissen, ihren Erfahrungen weitergeben zu können.
Ich arbeite bereits auch außerhalb des Theaters kreativ sehr viel mit Jugendlichen. Es ist alles sehr wertschätzend und lehrreich hier für mich und alle Beteiligten, da brauche ich nicht viel extra zu tun.
In der MusikStory I ging es stark um die Geschichte, die Entwicklung von Wertingen. Jetzt spielt die Geschichte zwar eine Rolle, die Gegenwart und die Frage wie man zusammen Krisen meistern kann, bestimmt stark das Inhaltliche. Wo genau sehen Sie für sich den Unterschied in der Inszenierung?
Letztes Mal ist das Hauptdarsteller-Paar durch die Jahrhunderte gereist. Es waren schöne Bilder, super musiziert, ein toll gemachtes Konzert als Ergebnis. Eine Inszenierung, die nicht den moralischen Zeigefinger hob. Das machen wir jetzt auch nicht., aber wir haben diesmal eine rote Linie und eine konkrete Aussage, eben: zusammen wertvoll. Wie in Teil 1 gibt es hier auch eine konkrete Geschichte. Allerdings nicht mehr in einem Konzert mit geschichtlichen Einlagen, sondern es ist jetzt von vorne bis hinten ein Theaterinstück, das man einerseits genießen kann und das andererseits zum Nachdenken anregt. Den Organisatoren um Hubertus von Zastrow geht es um eine Zukunftsvision und immer um Nachhaltigkeit. Man hat im Vorfeld die Bevölkerung zB. gefragt: Was sind gerade die Aufgaben, was sind die Herausforderungen? Es kamen einige Ideen zusammen, die nun in die Produktion einfließen. Wir versuchen eine Antwort zu geben, was wir machen können, wenn wir Dinge ändern wollen. Man muss aktiv werden und dies geht zusammen am besten.
Wie lang arbeiten Sie jetzt schon an der Inszenierung? Und wann kommt die heiße Phase?
Vor einem Jahr begannen die ersten Schritte. Die letzten zwei, drei Wochen vor der Aufführung ( 24. und 25. Oktober) geht es dann in die heiße Phase. Da bin ich durchgehend vor Ort.
Wie schaffen sie es, die Musiker, Schauspieler und Sportler zusammen zu bringen?
Wichtig ist, dass alles natürlich aussieht, sich in die Produktion homogen einfügt. Jeder bringt das mit, was er beherrscht. Aber ich sage nicht: macht mal zwei Doppelsaltos, weil das gut aussieht. Wenn es allerdings zur Erzählung passt, dass jemand Räder schlägt, dann machen wir das. Es geht nicht darum Turner, Musiker und Schauspieler irgendwie zusammenzubringen. Wir zeigen, was zusammen erschaffen werden kann, in einer Gesellschaft, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt.
Gespielt wird am 24.10.26 um 19 Uhr und am 25.10.26 um 16 Uhr in der Stadthalle Wertingen.






