Von den Rising Stars zu einem der Hauptacts am Festival-Samstag. Die beiden Gitarristen
Adam Woch und Robert Guzik aus Warschau / Polen kehren zum Wertinger Gitarrenfestival zurück. Und dieses Mal nicht als Nachwuchstalente, sondern als einer der Hauptacts des Festival-Samstag.
Die Verbindung zu Wertingen reicht zurück ins Jahr 2019. Damals traten sie im Rahmen des Festivals auf, noch unter der Rubrik „Rising Stars“, dem Sonntags-Matinee-Format für aufstrebende Talente. Festival-Organisator Johannes Tonio Kreusch holte die beiden damals nach Schwaben, und seither ist die Verbundenheit nie abgerissen. „Wir haben in all den Jahren immer wieder Festivals besucht, die Johannes organisiert, und sind ihm dankbar. Dass wir jetzt als Headliner zurückkehren, ist für uns ein fantastisches Gefühl, eine schöner Bogen von damals zu heute“, erzählen die Musiker im Gespräch mit der Wertinger Zeitung.
Eine „musikalische Ehe“ seit 15 Jahren

Bildquelle: Honorata Karapuda
Seit mittlerweile 15 Jahren spielen sie als Duo zusammen. Kennengelernt haben sie sich bereits als Kinder bei Musikwettbewerben, bevor sie an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau ihr gemeinsames Studium und ihr Duo begannen. Ein prägendes Erlebnis war der Gewinn eines renommierten Kammermusik-Wettbewerbs, der ihnen unter anderem ein Konzert in der legendären Carnegie Hall in New York und eine große USA-Tournee einbrachte.
Doch warum wählt man das Gitarren-Duo und nicht die Solokarriere? „Wenn du alleine spielst, bist du auf dich allein gestellt. Im Duo hast du einen Partner, du blickst dich an und weißt: Wir müssen das zusammen schaffen“, erklärt das Duo. „Es ist ein bisschen wie eine Ehe, nur dass man sich keine Sorgen um den gemeinsamen Haushalt machen muss.“ Die Unterschiedlichkeit ihrer Persönlichkeiten verschmelze auf der Bühne zu einer ganz eigenen Magie. „Jedes Konzert ist auch für uns eine kleine Überraschung.“
Trotz der engen künstlerischen Nähe legen die beiden Wert auf gesunde Freiräume. „Nach einer extrem intensiven Tour wie kürzlich brauchen wir auch mal Pause voneinander. Wobei wir in unserer gemeinsamen Zeit nie Konflikte hatten. Wir gehen aber nicht am nächsten Tag zusammen ins Fußballstadion“, schmunzeln sie. Während Robert nämlich leidenschaftlicher Fan von Real Madrid ist, begeistert sich Adam in seiner Freizeit eher für Kunstausstellungen und Sachbücher, zu den Themen, die ihn interessieren. Gemeinsam ist und bleibt aber das gemeinsame Ziel und die Vorliebe: Musik. „Und gutes Essen!“, wie sie anfügen.
Ein Hauch von Rio im Schwabenland
Für ihr Wertinger Publikum haben die beiden ein hochkarätiges Programm im Gepäck. Unter dem Titel „One Week in Rio“ präsentieren sie ihr Repertoire. Das namensgebende Kernstück, ein siebenteiliges Werk, das vor zehn Jahren vom brasilianischer Gitarrist
Sérgio Assad vom weltbekannten Duo Assad-Brothers speziell für sie beide komponiert wurde, fängt die vielschichtige Atmosphäre der brasilianischen Metropole ein. Nach Jahren der Pause erwecken die Musiker das Werk nun zu neuem Leben. Abgerundet wird der Konzertabend durch weitere Werke mit Jazz-Arrangements, Stücke von Antônio Carlos Jobim und Michel Petrucciani.
Neben ihrem Auftritt am Samstagabend geben die zwei Virtuosen ihr Wissen in Workshops an Nachwuchsmusiker und ambitionierte Gitarristen jeden Alters weiter. „Durch unsere jahrelange Bühnenerfahrung verfolgen wir einen sehr praktischen Ansatz. Es geht vor allem darum, einander zuzuhören und gemeinsam Musik zu atmen“, betonen sie.
Auf kulinarischer Seite zeigen sich die weit gereisten Künstler übrigens bodenständig. Während sie auf Fernreisen bei exotischen Gerichten eher vorsichtig sind, freuen sie sich in Wertingen auf die lokale Küche, wie ein gutes Wiener Schnitzel. Wenn Adam und Robert zu ihren Gitarren greifen werden, erwartet die Wertinger Zuhörer am 10. Oktober ein Abend voller Leidenschaft, Präzision und weltklasse Musikalität.






