Der FCA auf dem Weg in die 16. Bundesligasaison.

Vom Aufbrechen der Schokoladenseite: Hilft nur noch „aufweckende Trance“ gegen die Leipziger Bullen?

Bei der Pressekonferenz vor dem heutigen Spiel gegen RB Leipzig tat Manuel Baum schlicht das, was in dieser Situation getan werden muss, wenn es mit dem Sieg einfach nicht klappen will, obwohl die Mannschaft eigentlich gut spielt: Er beschwor den Mut, den Glauben und den Zusammenhalt. Die Qualität ist im Team ja da, das zeigt sie in vielen Phasen. Nur holt sie eben keine Punkte, und es gibt im Fußball nun mal keine B-Note.

Doch warum bricht man eingefahrene Verhaltensweisen wie die gewohnte Lieblings-Schokoladenschussposition der Spieler nicht einfach mit Hypnose auf. Das mag im ersten Moment skurril klingen, könnte aber mittelfristig tatsächlich ein wirksames Mittel sein, um auch diese gefühlt immer wieder verbockte Schlussphase der letzten 15 Minuten in den Köpfen endlich aufzubrechen. Gewiss, nicht jeder Spieler wird sich für so etwas erwärmen können, aber wenn es beim einen oder anderen hilft! Why not?

Mit Eigenmotivation zum Sieg?

Für das Spiel gegen RB Leipzig mag eine Hypnosetherapie akut zu spät kommen. Doch Not macht erfinderisch: Dann schwört sich die Truppe eben vor dem Anpfiff anderweitig ein, mit kraftvollen Aufmunterungsgesängen oder kollektiven Ritualen. Das ist keineswegs nur ein Scherz. Wenn man an Mannschaften wie die neuseeländischen Rugbyspieler denkt, die mit dem weltberühmten Haka ihrer Ureinwohner-Tradition Ehrfurcht einflößen, oder an die stimmgewaltigen Rituale im US-Sport (wie beim Baseball oder American Football), dann stecken dahinter knallharte psychologische Effekte. Da mag so mancher Hardcore-Fan im ersten Moment die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber Sport-Hypnose und gezielte Selbstmotivation sind im modernen Profigeschäft längst wichtige Faktoren für den Erfolg.

Vielleicht braucht es diesen mentalen Twist gerade jetzt, wo es gegen einen echten Hochkaräter geht. Leipzig zählt, das muss man neidlos anerkennen, als Champions-League-Stammgast zu den dicksten Fischen der Liga. Das weiß auch Manuel Baum, der dort in der Vergangenheit schließlich selbst gearbeitet hat.

Die DNA des „Underdogs“ aktivieren

Und wer weiß, vielleicht schlägt aber genau dann wieder die heimliche DNA der Augsburger zu: Dieses tief verwurzelte Underdog-Gen, das immer dann zum Vorschein kommt, wenn es gegen die scheinbar übermächtigen Großen geht. Obwohl der FCA das Underdog-Label längst abgelegt hat und seit Jahren im Oberhaus etabliert ist, scheint dieser Reflex quicklebendig zu sein. Wenn Baum und seine Mannen es schaffen, diesen Geist zu wecken und die Bullen im Zaum zu halten, ist im besten Fall ein Punkt oder sogar ein Dreier drin. Es wäre das perfekte Beruhigungsmittel für Fans, Spieler und das gesamte Umfeld, um vor der Länderspielpause endlich wieder für eine positive Stimmung zu sorgen.