Glückloses Team mit viel Potential…

und einem schlagkräftigen Mittelstürmer Ribeiro

Vor dem Spiel bei RB Leipzig fragte ich Manuel Baum in der Pressekonferenz, wie er denn seine Spieler einschätze, und ob die für ihn nun eine Mannschaft, im Sinne eines Teams seien. Seine Antwort: 

„Für mich gibt es da drei Stufen, wenn ich von einem Team rede. Die erste Stufe ist ein Haufen, die zweite ist eine Gruppe, und die dritte ist ein Team…Und da habe ich schon das Gefühl, dass wir aktuell ein Team sind. Wir müssen aber zwingend weiterhin investieren, weil ich finde, so eine gute Leistung auf dem Platz beginnt immer mit der Kabine und nicht erst, wenn man auf dem Platz ist.“

Und die Kabine ist jetzt gefragt, das Team hat nämlich sehr gut performed. Aber leider nichts an Punkten mitnehmen können. Doch es hätte durchaus anders ausgehen können. Hätte! Und genau das gilt es nun zu verarbeiten, gemeinsam, als Team. 

Baums Jungs kamen trotz vergebenem Elfmeter von Schlotterbeck (Leipzigs Keeper hielt) mit Moral zur Führung vor der Halbzeitpause durch Fellhauer (39. Minute). Erst in der 76. Minute glich Diomande dann aus und das unglückliche Eigentor von Chaves in der Nachspielzeit (90+2) führte schließlich zum 2:1 Endstand der Hausherren. Kein Glück war hingegen dem Gast bei RB beschieden. Die Kopfball-Chance für Augsburgs Keeper Finn Dahmen bei der letzten Ecke war eine von mehreren, die nicht verwandelt wurden: es sollte eben nicht sein.

Die Spieler des FCA und ihr Coach haben dieser Tage vor der nächsten Begegnung in Dortmund weniger die Aufgabe an ihrer Qualität zu zweifeln als vielmehr weiter in den Teamgedanken zu investieren: Einer für alle, alle für einen. Der Auftritt in Leipzig zeigte schon einmal, dass das Potential vorhanden ist. Auch das von Mittelstürmer Ribeiro, der vollführte in der 83. Minute einen genialen „Lupfer“, der jedoch  am Pfosten landete, und somit die erneute Führung, die es zu diesem Zeitpunkt gewesen wäre, ausblieb. 

Ribeiros Auftritte in den vergangenen Spielen gegen Wolfsburg und Köln, jeweils mit einem Tor, und der Frage, wie man diese begeisternde Performance des Portugiesen bewahren könne, kommentierte der Coach mit:  „Natürlich versuche ich immer, Verhalten zu interpretieren – also empathisch zu sein, könnte man auch sagen. Und ihn zu beobachten, wie er mit der Situation umgeht. Er ist halt über das Umfeld, aus dem er kommt – sein Vater war Profi, sein Bruder ist es auch –, schon von zu Hause so gut eingestellt und aufgestellt, dass ich da gar nicht großartig intervenieren muss. Und das zweite, das zeichnet auch unsere Mannschaft aus: dass die selbst, wenn sie etwas feststellen, mit ihm auch thematisieren. Klar, ich beobachte das. Und wenn es für mich irgendwelche Indikatoren gibt, dass ich da mal reinmüsste, dann würde ich das auch machen. Aber aktuell lasse ich ihn lieber in Ruhe und er soll so weiterspielen.“ In Leipzig hätte es ja fast wieder geklappt. Nächste Chance: In Dortmund.